Es werden sich im Internet so einige Dinge ĂŒber WordPress erzĂ€hlt. Dabei wird leider viel Halbwissen weiterverbreitet, das immer wieder zu falschen Aussagen ĂŒber WordPress fĂŒhrt und im schlechtesten Fall Menschen von der Nutzung abschreckt.
Um das beides zu verhindern, möchte ich hier einmal mit sieben WordPress Mythen aufrÀumen, mit denen ich mich immer wieder konfrontiert sehe.
WordPress Seiten haben immer hohe Ladezeiten
„WordPress ist langsam„. Das hört man immer wieder. Aber: An dieser Aussage ist nun wirklich gar nichts dran. Nur weil eine Website auf WordPress basiert, ist sie nicht langsam.
NatĂŒrlich kann man eine WordPress Website langsam machen, indem man Plugins oder Themes installiert, welche die Performance negativ beeinflussen. Auch andere Faktoren wie zu groĂe Bilder und vor allem die Serverinfrastruktur des Hosters spielen hier eine groĂe Rolle.
Bei auf WordPress spezialisierten Webhostern wie WPspace wird mit der guten Performance der Server WordPress so gut wie immer deutlich schneller laden, als bei einem allgemeinen Hoster. Das zeigen auch die Daten meines objektiven Tests zur Performance von WordPress Hostern.
Laut Google Research laden mobile Seiten im Durchschnitt mobil in 15,3 Sekunden (Quelle).
Hier siehst du als Beispiel die mobile Ladezeit von 2,4 Sekunden laut Google PageSpeedInsights einer meiner Websites, die hier bei WP Space liegt:

Um die Ladezeit möglichst gering zu halten solltest du auf folgende Dinge achten:
- wÀhle einen guten Hoster und Server (ziehe deine Website doch einfach mal kostenlos zu WP Space um und vergleiche die Ladezeit)
- optimiere die genutzten Bilder
- setze ein schnelles und schlankes Theme ein
- optimiere und reduziere den generierten Code
- wÀhle ein gutes Performance-Plugin (das ist bei WP Space sogar inklusive)
- verzichte und schlecht programmierte und langsame Plugins
Google stuft WordPress Seiten schlechter ein
Ein zweiter Mythos, an dem absolut nichts dran ist. Letztens habe ich in einem Workshop wieder die Frage gehört, was man gegen die schlechte Einstufung von WordPress Seiten bei Google machen kann.
Das erste, was ich mich dann frage ist: âWieso sollte Google WordPress Websites schlechter im Ranking einstufen?â Es laufen schlieĂlich mittlerweile mehr als 43% aller Websites mit WordPress (Quelle: W3Techs 2023).
Was hÀtte Google also davon, dem Suchenden Informationen von fast der HÀlfte des Internets vorzuenthalten?
Hier ist ein Auszug einiger Rankings auf Position 1 meiner Website, die selbstverstÀndlich mit WordPress lÀuft:

Es ist also absoluter Quatsch. Ich habe auf keiner meiner vielen WordPress Seiten jemals einen Nachteil im Ranking feststellen können. Zudem habe ich auch noch nie von jemandem gehört, dass er schlechtere Rankings aufgrund von WordPress bemerkt hÀtte und auch keine Case Studies dazu gesehen.
WordPress ist unsicher
BĂ€m, das ist doch mal eine Aussage!
TatsÀchlich finden zwar bei jeder WordPress Website tÀglich hunderte und tausende Angriffe statt, die wenigsten davon sind aber erfolgreich.
SchlĂŒsseln wir das ganze mal nach potenziellen Angriffspunkten auf:
WordPress
Es gibt kein perfektes System und so ist es auch bei WordPress. Allerdings stecken hinter dem CMS viele, sehr gute Programmierer und da WordPress Open Source ist, gibt es viele UnterstĂŒtzer, die SicherheitslĂŒcken sehr schnell aufdecken und schlieĂen.
Klar ist aber auch, dass die Benennung des Admins als âAdminâ und die Nutzung von â1234â als Passwort alles andere als ideal ist und es Hackern denkbar einfach macht, sich Kontrolle zu verschaffen.
Den gröĂten Angriffspunkt in WordPress bieten wir Seitenbetreiber, wenn wir mit solchen Passwörtern arbeiten. Denn wir dĂŒrfen nicht vergessen, die meisten Angriffe auf WordPress Seiten finden ĂŒber die Login-Maske statt und besteht aus dem Ausprobieren von Nutzernamen und Passwort (Quelle).
Themes und Plugins
Hier kommen wir nun zu einem möglichen Schwachpunkt. Allerdings ist es kein Schwachpunkt von WordPress.
Die Plugins und Themes fĂŒr WordPress kommen von vielen Unternehmen und Einzelpersonen. Das kann natĂŒrlich dazu fĂŒhren, dass schlechte Programmierer oder auch die gröĂeren Hersteller SicherheitslĂŒcken in ihren Produkten ĂŒbersehen.
Insbesondere bei Plugins kommt es im Vergleich zu WordPress selbst oder Themes hÀufig zu Schwachstellen, wie ein Bericht von WP Scan zeigt:

In meiner Erfahrung finden die meisten erfolgreichen Angriffe ĂŒber den Login statt, wenn ein Admin-Nutzer ein zu einfaches Passwort wĂ€hlt und ĂŒber veraltete Plugins und Themes, die bekannte SicherheitslĂŒcken haben und vom Seitenbetreiber nicht aktualisiert werden.
WordPress ist also definitiv kein âunsicheres Systemâ. Um dich gegen mögliche Angriffe abzusichern, sorge fĂŒr regelmĂ€Ăige Updates deiner genutzten Themes und Plugins und wĂ€hle fĂŒr Admin-Nutzer ein willkĂŒrliches Passwort.
WordPress ist doch nur fĂŒr Blogs
Puh, diese Aussage ist ja so 2005âŠ
Richtig ist, dass WordPress 2003 ursprĂŒnglich als Blogsystem erschaffen wurde. Seit diesem Moment sind allerdings ĂŒber 20 Jahre vergangen und WordPress hat sich gewaltig gewandelt.
Durch die unglaubliche Anzahl an Themes, Plugins und den Funktionen von WordPress, hat sich das CMS zu einer Allzweckwaffe entwickelt.
Ein System mit dem puren Fokus auf Blogs könnte auch niemals 43% des gesamten Internets ausmachen. WordPress wird fĂŒr Firmenwebsites, Portfolios, Blogs, Galerien, Online-Shops, Mitgliederbereiche und viele weitere Zwecke eingesetzt.
Du bist noch nicht ĂŒberzeugt?
20 % aller WordPress Websites nutzen das Plugin âWooCommerceâ, mit dem Shop-Systeme aufgebaut werden (Quelle). Damit können sowohl einfache als auch komplexe Online-Shops aufgebaut werden:

Auf das Internet ausgeweitet, laufen 8,3% aller Websites mit WooCommerce (Quelle). Im Vergleich dazu werden nur 3,8% aller Websites mit Shopify (Quelle), dem neben WooCommerce wohl bekanntesten Shop-System, betrieben.
Diese Zahlen zeigen, wie intensiv WordPress mit WooCommerce als Online-Shop-System eingesetzt wird; so viel zum Thema âWordPress ist nur fĂŒr Blogsâ.
WordPress Websites sind komplett kostenlos
Ja, WordPress an sich ist kostenlos nutzbar. Es ist ein Open Source Projekt, dass sich jeder auf der offiziellen Seite kostenlos herunterladen kann.
Du kannst dir auch eine komplette WordPress Website zusammenbauen, indem du nur kostenlose Plugins und Themes nutzt.
Die siehst schon, an diesem Mythos ist sogar einiges dran.
Es gibt aber auch Argumente, die gegen diese Aussage sprechen.
Beispielsweise gibt es viele, sehr gute aber kostenpflichtige Plugins und Themes fĂŒr WordPress. Sie bringen dir nicht nur neue Funktionen, sondern sorgen auch fĂŒr schnellere Ladezeiten, sparen dir Zeit und mehr. NatĂŒrlich steht es dir offen, solche Investitionen zu tĂ€tigen.
Wenn du dich mit WordPress und Technik nicht so gut auskennst, kommen zudem möglicherweise hin und wieder Kosten fĂŒr die UnterstĂŒtzung von Profis auf dich zu.
Zudem muss deine Website irgendwo gehostet werden, du benötigst also einen Hoster. Zwar gibt es kostenloses Hosting, davon wĂŒrde ich dir aber dringend abraten. Die QualitĂ€t, Sicherheit, der Support und andere Dinge sind hier ĂŒberhaupt nicht gut und werden dir langfristig eine Menge Unannehmlichkeiten bereiten.
Lege deine Website am besten bei einem zuverlÀssigen WordPress Hoster ab.
Zusammengefasst gibt es also folgende Punkte, bei denen Investitionen notwendig sind oder sein könnten:
- Hoster
- Plugins
- Theme
- Support
- Weitere Tools
In meiner Erfahrung ist es zwar möglich, eine (abgesehen vom Hosting) kostenlose Website mit WordPress aufzubauen, aber hÀufig nicht praktikabel.
Viele nĂŒtzliche Funktionen sind nunmal nur mit Plugins nachrĂŒstbar und in meinen Augen ist eine Website als DAS AushĂ€ngeschild fĂŒr all deine Marketing-BemĂŒhungen extrem wichtig; hier sollte nicht unnötig gespart werden.
WordPress ist sehr teuer
Hier haben wir die andere Seite der Medaille, denn es gibt auch Stimmen, die WordPress als sehr teuer bezeichnen.
Genau wie bei dem Mythos des komplett kostenlosen WordPress, ist auch diese pauschale Aussage falsch.
NatĂŒrlich kommt es sehr darauf an, welchen Zweck eine Website verfolgt, wie viel UnterstĂŒtzung notwendig ist und welche FĂ€higkeiten der Website-Betreiber besitzt.
Aber selbst wenn wir die Kosten einer Website hochrechnen, die auf hochwertiges Hosting, Premium-Plugins und -Theme setzt, wird es in meinen Augen nicht âteuerâ. (Es liegt selbstverstĂ€ndlich immer im Auge des Betrachters)
Mit gutem WordPress Hosting, einem Cookie-Banner-Plugin, Page-Builder und Performance-Plugin landen wir jĂ€hrlich etwa bei etwa 350 âŹ, das sind nicht mal 30 ⏠pro Monat. Selbst mit einem kostenpflichtigen Membership-Plugin landen wir nur bei ungefĂ€hr 700 ⏠pro Jahr.
Ich ĂŒberlasse es dir, das als âteuerâ oder nicht einzustufen. Wie oben bereits geschrieben, sollte die Website als eine der wichtigsten Ressourcen eines Unternehmens, diese Kosten auf jeden Fall Wert sein.
WordPress ist nicht skalierbar
WĂ€re WordPress nicht skalierbar, wĂŒrde keine hohen Traffic-Zahlen oder umfangreiche Websites aushalten, hĂ€tte es sich nicht zum gröĂten CMS entwickelt und wĂŒrde nicht 43 % des gesamten Internets betreiben.
Wenn wir uns Seiten wie den Playstation Blog anschauen, sehen wir schnell, dass WordPress absolut kein Problem mit vielen Seiten (etwa 20.000) hat. Mit Craftsy.com haben wir noch ein weiteres Beispiel fĂŒr eine umfangreiche WordPress Website mit Login-Bereich, Learning-Management-System und etwa 4.000 Seiten.
Am Ende ist der einschrÀnkende Faktor bei der Skalierung einer WordPress Website nicht das System selbst, sondern der im Hintergrund laufende Server. Ist der Server stark und belastbar genug, kannst du jede beliebige Website mit WordPress betreiben.
Warum sonst wĂŒrden die gröĂten Brands der Welt wie CNN, Microsoft und viele mehr auf das CMS setzen?
Kennst du noch weitere âFaktenâ ĂŒber WordPress, die dir immer wieder begegnen, aber du nicht so ganz weiĂt, was du davon halten sollst? Lass uns in den Kommentaren darĂŒber sprechen!


